Geschäftsjahr 2010 positiv abgeschlossen
(vom 18.08.2011)
Stadtwerke investieren weiter in erneuerbare EnergienDie Geschäftsführung der Stadtwerke Speyer GmbH legte dem Aufsichtsrat in der Sitzung am 16. August 2011 unter Vorsitz von Oberbürgermeister Hansjörg Eger den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Jahr 2010 vor.
Der Aufsichtsichtsrat empfahl dem Stadtrat aus dem Bilanzgewinn 2010 in Höhe von 4,8 Mio. Euro (Vorjahr 3,6 Mio. Euro) einen Betrag von 1,0 Mio. Euro an die Stadt Speyer als alleinige Gesellschafterin auszuschütten und den verbleibenden Betrag von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr 2,6 Mio. Euro) in die Gewinnrücklage des Unternehmens einzustellen. „Die Verstärkung des Eigenkapitals ist erforderlich, um weiter in regenerative Energiequellen wie z. B. Photovoltaik und Windenergie zu investieren", erläutert Hansjörg Eger, Aufsichtsratsvorsit-zender der SWS. „Nur so können wir unser anspruchsvolles „100 Prozent-regenerativ-Ziel" erreichen". Bis 2030 sollen der in Speyer benötigte Strombedarf und bis 2040 die verbrauchte Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Zudem wäre für den Erwerb weiterer Energienetze eine solide Eigenkapitalausstattung notwendig.
Die SWS investierten 2010 13,1 Mio. Euro (Vorjahr 6,4 Mio. Euro). Schwerpunkte waren hier der Endausbau der neuen Fernwärmeleitung, der Erwerb des Stromnetzes Otterstadt und zweier Windkraftanlagen im Hunsrück sowie der Ausbau der Photovoltaik in Speyer.
Die Stadtwerke Speyer erzielten im Jahr 2010 in den Sparten Strom, Erdgas, Wasser und Fernwärme insgesamt Umsatzerlöse von 67,4 Mio. Euro (Vorjahr 67,0 Mio. Euro). „Die Umsatzerlöse aus den Hauptgeschäftsfeldern sind nach Abzug der durchlaufenden Strom- und Energiesteuern trotz hartem Wettbewerb und Energieeinsparung geringfügig um 340 TEuro gestiegen", kommentiert SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring das Ergebnis. Die Stromabgabe stieg um zwei Prozent an. Die Umsatzerlöse aus Stromverkauf und Netznutzung erhöhten sich um sechs Prozent auf 30,8 Mio. Euro (nach Stromsteuer). In der Sparte Erdgas stieg der Absatz um 11 Prozent. Neben der witterungsbedingten Mehrabgabe bei den Heizgaskunden war vor allem der Absatz an Neukunden außerhalb Speyers maßgeblich für die Mengenzunahme. Der Umsatz sank jedoch um vier Prozent auf 26,2 Mio. Euro (nach Energiesteuer). Ursächlich hierfür war die ganzjährige Auswirkung der Preissenkung zum 1. Dezember 2009. Bei der Wasserversorgung sind die Umsatzerlöse bei seit 1998 konstanten Preisen mengenbedingt um sechs Prozent auf 4,8 Mio. Euro zurückgegangen. Auch im Fernwärmebereich fielen die Erlöse mit 3.601 TEuro um 234 TEuro geringer aus als im Vorjahr. Die Abgabe stieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, begründet durch die Kun-dengewinnung entlang der neuen Fernwärmetrasse.
Die Konzessionsabgabe an die Stadt Speyer wurde mit 2,5 Mio. Euro voll erwirtschaftet.
Der Personalstand einschließlich Geschäftsführung hat sich von 206 Mitarbeitern zum 31. Dezember 2009 auf 204 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2010 verringert. Der Personalbestand der SWS schließt das Personal der Verkehrsbetriebe und einen Teil der Entsorgungsbetriebe (Angestellte) mit ein. Die Anzahl der Beschäftigten in den technischen und kaufmännischen Bereichen ist damit weiterhin moderat rückläufig. Mit einer hohen Ausbildungsquote von durchschnittlich 15 Azubis zum 31.12.2010 untermauern die SWS ihre unternehmerische Verantwortung für die Region und sichern den zukünftigen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern auch durch ein berufsbegleitendes individuelles Weiterbildungs- und Studienangebot.
Investition in Photovoltaik
Neben dem Jahresabschluss stimmt der SWS-Aufsichtsrat zu, die Investitionssumme für das Photovoltaik-Projekt „Dachvermieten - Stromkosten sparen" um 950 TEuro zu erhöhen. „Un-ser Leuchtturmkonzept hat bundesweit Beachtung gefunden und wurde bereits von vielen Energieversorgern übernommen", betont Bühring. Das Prinzip ist ganz einfach: Die SWS in-vestieren in eine Solaranlage auf dem Dach des Stromkunden, der für die Bereitstellung 12 Prozent der jährlichen Einspeisevergütung erhält. Dadurch binden die Stadtwerke ihre Kunden, für die sich die Jahresstromrechnung um die Solarpacht - im Durchschnitt um ca. ein Drittel - verringert. 91 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 985 kW haben die SWS seit 2009 auf Wohn-, Vereins- und Geschäftsgebäuden installiert. Die erzeugte Strommenge von 916.000 kWh entspricht dem Jahresstromverbrauch von 262 Einfamilienhäusern. Die CO2-Einsparung macht 421 Tonnen aus. In der ersten Jahreshälfte 2011 konnten 19 Anlagen realisiert werden, zehn weitere sind bereits vertraglich fixiert. Um neue Kundenanfragen annehmen zu können, wurde die Investitionssumme um fast eine Mio. Euro erhöht. Der Ausbau der Photovoltaik hat für die Stadt Speyer eine wesentliche Bedeutung bei der zu vollziehenden Energiewende.
Erdgaspreise steigen - Duo-Fix stabil - Bonus 2012
Die Arbeitspreise für den Bezug von Erdgas steigen ab 1. Oktober um brutto 1 Cent je Kilowattstunde, die Grundpreise bleiben konstant. „Seit April 2009 haben wir die Preise kontinuierlich abgesenkt und befinden uns auch nach der Erhöhung auf einem niedrigen Preisniveau", informiert SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. „Sobald die Bezugspreise sinken, werden wir diesen Vorteil umgehend an unsere Kunden weitergeben". Bereits Ende des Jahres platzieren die SWS ein günstiges Festpreisangebot und bieten 2012 schnellstmöglich eine Bonusregelung an. Kunden, die keine Beratung wünschen, können im Internet den günstigen Online-Tarif der Stadtwerke abschließen.
Grund für die Preisanpassung sind die seit Ende 2010 um über 40 Prozent gestiegenen Weltmarkpreise für Rohöl. „Da zwischen Öl und Erdgas eine Preiskopplung besteht, sind wir - wie viele andere Energieversorger - leider gezwungen, die erhöhten Bezugskosten teilweise weiterzugeben", so Bühring. Die Erhöhung würde aber bei weitem nicht so gravierend ausfallen wie die Steigerung der Ölpreise.
Betroffen sind etwa 60 Prozent aller Gaskunden, die Mitte August von den Stadtwerken schriftlich informiert wurden. Ca. 6.000 Kunden mit Erdgas-Duo-Fix-Vertrag (Festpreis Strom/Erdgas) profitieren auf jeden Fall bis Ende Dezember 2011 von stabilen Erdgaspreisen.