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Strom tanken

Etwa 2.000 Elektroautos fahren derzeit auf Deutschlands Straßen. Seit April gibt es auch in Speyer eine öffentliche Elektrotankstelle. Das Elektroauto kommt, da sind sich die Experten einig. Denn aus aktueller Sicht ist es der vielversprechendste Weg, Kohlendioxid (C02) und die lokale Luftverschmutzung in Städten zu reduzieren. Laut Bundesregierung sollen bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen. Auch der Speyerer Stadtrat hat die Brisanz den Themas durch die Aufnahme eines elften Punktes „Elektromobilität" in die Energie- und Klimaleitlinie der Domstadt deutlich gemacht.

Zehn Fragen und Antworten zu Elektrofahrzeugen


Wie funktioniert das Elektrofahrzeug im Gegensatz zum Auto mit Verbrennungsmotor?

Der Elektromotor ersetzt den Verbrennungsmotor, eine vom Stromnetz aufgeladene Batterie den Kraftstofftank. Elektromotoren arbeiten mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent dreimal so effizient wie Verbrennungsmotoren, die zu zwei Dritteln Abwärme produzieren.

Welche Vorteile zeichnen das Elektroauto aus?

Es stößt keine umweltschädlichen Abgase aus und fährt sehr leise. Der Fahrspaß ist groß, weil aus dem Stand nahezu das volle Drehmoment zur Verfügung steht. Die Beschleunigung ist phänomenal. Ein Elektroauto kommt im Unterhalt billig: Die Stromkosten pro 100 gefahrene Kilometer belaufen sich auf zwei bis drei Euro.

Welche Nachteile bringt der Elektromotor?

Strom laden dauert viel länger als herkömmliches Tanken, meist einige Stunden. Die Batterie wiegt mehrere Hundert Kilogramm und benötigt viel Platz. Und die Reichweite ist derzeit noch viel geringer als beim Verbrennungsmotor.

Wie weit kann ich mit einem Elektroauto fahren?

Mit heutiger Batterietechnik sind Reichweiten von 100 bis 300 Kilometern machbar. Doch saugen auch Scheinwerfer, Heizung und Klimaanlage Strom, was die Reichweite reduziert. Ideal ist das Elektroauto als Zweitwagen für den Stadtverkehr. Schwachstelle bleibt die Batterie, die zwischen 8.000 und 15.000 Euro kostet. Deswegen bieten die Hersteller oft eine Leasingfinanzierung für die Batterie an.

Welche Neuwagen gibt es mit Elektroantrieb zu kaufen?

Die etablierten Automobilunternehmen arbeiten derzeit noch an Elektroautos für die Großserie. Kleinere Anbieter glänzen bereits mit marktreifen Modellen, wie etwa der deutsche Hotzenblitz oder der norwegische Think!. Die Kleinwagen fahren bis zu 100 Stundenkilometer (km/h) schnell und kosten zwischen 16.000 und 25.000 Euro. Als erstes Elektroauto in Großserie ist der Mitsubishi i-MieV auf den deutschen Mark kommen: Mit seinem 64-PS-Motor erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von rund 130 km/h. Preis: etwa 34.000 Euro. Deutsche Hersteller wie VW und Opel wollen ihre ersten Stromer Ende 2011 auf die Straßen bringen.

Wie tanken Elektroautos?

Ein sogenanntes Plug-in-Elektroauto lädt seine Batterie mit einem Elektrokabel an einer gewöhnlichen Steckdose auf. Dauer: rund drei bis fünf Stunden.

Wo kann ich tanken?

Strom getankt wird zu Hause, am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladesäulen. Ende April haben die SWS auf dem Speyerer Festplatz - ganz in der Nähe der Einfahrt - die erste öffentliche Ladestation errichtet. Dort kann rund um die Uhr getankt werden. Die Freigabe erfolgt durch einen Anruf vom Mobiltelefon aus.

Wie umweltfreundlich sind Elektroautos?

Auch sie verursachen Emissionen, und zwar bei der vorgelagerten Stromerzeugung. Da die konventionellen Energieträger wie Kohle und Uran immer mehr durch regenerative Energien ersetzt werden sollen, ist eine Verbesserung der Energiebilanz absehbar. Auch sollen Elektroautos in absehbarer Zukunft als Zwischenspeicher für erneuerbare Energien dienen. Bei einem Überschuss von Sonnen- oder Windenergie soll das Elektroauto diese speichern und im Bedarfsfall wieder an das Stromnetz abgeben.

Sind Elektroautos billiger bei Kfz-Versicherung und -Steuer?

Nicht bei der Autoversicherung. Dafür ist man fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Sind Elektroroller eine Alternative zu Benzin betriebenen Motorrollern?

Der Preis für einen Elektroroller liegt bei aktuellen Modellen zwischen 800 Euro und 4.000 Euro. Elektroroller sind auf jeden Fall eine günstige Alternative zu einem Benzin betriebenen Motorroller. Derzeit brauchen die Roller mit Elektromotor ungefähr 4 kWh (Kilowattstunden) auf 100 km. Die Stromkosten betragen bei einem Kilowattpreis von 21 Cent also 84 Cent pro 100 Kilometer. Der Benzinverbrauch bei einem normalen Motorroller beträgt ca. 3 Liter auf 100 km, das bedeutet ungefähr 3,60 Euro an Benzinkosten für 100 Kilometer.